Aus der Konzeption

Der Bewegungskindergarten

„Alles was der Mensch in seinem Leben lernt,
lernt er durch BEWEGUNG.
Sie ist die Verbindung von Körper und Geist, der Motor,
der uns am Leben hält.“ (Prof. Dr. Renate Zimmer)

    Dieses Zitat haben wir uns zum Leitbild unserer Einrichtung gemacht.

Kinder leben heute in einer Welt einseitiger Sinneserfahrungen, weshalb sie sich in einer technisierten und motorisierten Welt, in der sie nur wenig „be – greifen“ können, zurechtfinden müssen.

Der Mensch behält:
10% von dem, was er hört,
30% von dem, was er sieht,
und etwa
80% von dem was er tut!

Das bedeutet, dass eine ausreichende Bewegung zu einer harmonischen und individuellen Persönlichkeitsentfaltung beiträgt. Aufgrund der heutigen Bewegungsarmut und Digitalisierung nehmen wir uns besonders zu Herzen, die Bewegungsförderung in unserer Einrichtung als wesentlichen und wichtigen Schwerpunkt zu sehen und umzusetzen. Durch die effektive Bewegungsförderung eröffnen wir den Kindern vielfältige Entwicklungs- und Bildungsbereiche, sodass sie sich ganzheitlich entwickeln können.

Um die Bewegungsförderung der Kinder in unserem pädagogischen Alltag effektiv umzusetzen, ist unsere Einrichtung seit dem Jahre 2007 als anerkannter Bewegungskindergarten zertifiziert. Um das Gütesiegel zu einem anerkannten Bewegungskindergarten in Nordrhein-Westfalen zu erlangen, müssen sieben Qualifizierungskriterien sichergestellt werden.

Darunter zählen das Konzept, Qualifizierung, Bewegungszeiten, Raum und Material, Elternmitarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und der Sportverein.

Unser Kooperationspartner ist der ortsansässige Sportverein des TuS Bremen e.V.

Die Zertifizierung zum anerkannten Bewegungskindergarten stellt eine bedeutende Möglichkeit dar, um die gravierenden Folgen des Bewegungsmangels zu kompensieren und um die Kompetenzen der Kinder zu erweitern.

 

 

Ziele und Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit

Unser oberstes Ziel ist es, die uns anvertrauten Kinder während der gesamten Kindergartenzeit unter Berücksichtigung der im Bildungsplan vereinbarten Förderziele, darin zu unterstützen, dass sie zu selbstbewussten, eigenständigen und individuellen Persönlichkeiten heranwachsen. Dementsprechend achten wir darauf, dass jedes Kind individuell in seiner Entwicklung unterstützt und die Förderung ermöglicht wird, die es für seine bestmögliche und gesunde Entwicklung benötigt.

Weiterhin können Kinder nur von emotional nahestehenden Bezugspersonen lernen. Deshalb legen wir viel Wert darauf, zu den Kindern eine stabile und professionelle Bindung aufzubauen, damit die Entwicklung der Kinder optimal gefördert werden kann.

Außerdem ist uns das Wohl der uns anvertrauten Kinder ein elementares Anliegen. Aus diesem Grund bietet unser institutionelles Schutzkonzept allen Kindern, die unsere Einrichtung besuchen, einen besonders geschützten Rahmen.

 

  • Pädagogischer Ansatz

In den Gruppenformen I und III (Ü3) arbeiten wir nach dem teiloffenen Konzept. Das bedeutet, dass die Kinder die Möglichkeit haben, in unterschiedlichen Spiel- und Bewegungsbereichen außerhalb der Gruppe, gruppenübergreifend mit Kindern der anderen Gruppe zu spielen. Jedes Kind darf frei wählen, was, wo und mit wem es spielen möchte. Das hat zum Ziel, dass die Kinder im Spiel ihre Interessen erkennen und entwickeln können. Außerdem können sie ihr Sozialverhalten stärken, indem sie lernen Absprachen zu treffen, Konflikte zu lösen, Frustration zu ertragen und Freundschaften aufzubauen.

Für die jüngsten Kinder unserer Einrichtung, die in der Gruppenform II (U3) betreut werden, setzten wir das geschlossene Konzept um.

Die jüngsten Kinder brauchen ihre Bezugserzieher in unmittelbarer Nähe und der Gruppenraum dient ihnen als sicherer Rückzugsort. Die weiteren Spiel- und Bewegungsbereiche werden mit den Bezugserziehern gemeinsam aufgesucht.

Alle Kinder sind den einzelnen Gruppen zugeordnet und haben dort ihre festen Bezugserzieher, dürfen sich aber trotzdem untereinander besuchen.

 

  • Eingewöhnung

Vor Beginn der Kindergartenzeit finden für Sie und ihr Kind ein Aufnahmegespräch und zwei Kennlernnachmittage statt. Hier erhalten Sie und Ihr Kind die Möglichkeit, die Einrichtung, Räumlichkeiten und die Fachkräfte kennenzulernen. Zudem findet für alle neuen Erziehungsberechtigten ein Informationsabend statt, wo Informationen über das weitere Vorgehen der Eingewöhnung besprochen werden. Unsere Eingewöhnung lehnt sich an das Berliner Modell der Bindungstheorie von John Bowlby an. Das bedeutet, Sie kommen zu Beginn (mindestens. 2 Tage) gemeinsam mit Ihrem Kind für ca. 1 Stunde in die Einrichtung. Der weitere Verlauf der Eingewöhnungszeit variiert je nach Kind und so ist jede Eingewöhnung individuell anzusehen. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und die Bezugsperson stellt sich dementsprechend auf die Bedürfnisse des Kindes ein. Nach der Eingewöhnungszeit findet ein Reflexionsgespräch mit der jeweiligen Bezugsperson des Kindes statt, um sich noch einmal intensiv über den Prozess auszutauschen.

 

  • Erziehungs- und Bildungspartnerschaft / Bildungsdokumentation

Die transparente Arbeit gegenüber den Erziehungsberechtigten ist für uns ein besonderer Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Das bedeutet, dass wir in einem täglichen Austausch mit ihnen stehen, da wir über Aushänge, Gespräche, E-Mails und Telefonkontakt die Arbeit mit den Kindern reflektieren. Zusätzlich ist die Arbeit auf Augenhöhe ein bedeutsamer Faktor, da wir gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten, eine bestmögliche Entwicklung des Kindes gewährleisten. Wir stehen den Erziehungsberechtigten bei Fragen, Anregungen und Unsicherheiten zur Verfügung. Durch jährliche Elterngespräche wird die Entwicklung des Kindes widergespiegelt. In den Gruppen 2-6 Jahren sind der BaSiK-Bogen nach Renate Zimmer und unser selbstentwickeltes Beobachtungsverfahren Grundlage für die Gespräche. Die Kinder aus der U3 Gruppe beobachten wir nach der Entwicklungsschnecke von Kornelia Schlaaf-Kirschner und dem BaSiK-Bogen.

Weiterhin fertigen wir für alle Kindergartenkinder ein Portfolio an, welches die gesamte Entwicklung des Kindes von Anfang bis zum Ende der Kindergartenzeit veranschaulicht.

 

  • Umsetzung der 10 Bildungsbereiche des Landes Nordrhein-Westfalen

In unserem Kindergartenalltag setzen wir die 10 Bildungsbereiche des Landes NRW Bewegung, Körper, Gesundheit und Ernährung, Sprache und Kommunikation, Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung, Musisch-ästhetische Bildung, Religiöse und ethische Bildung, Mathematische Bildung, Naturwissenschaftlich-technische Bildung, Ökologische Bildung und Medien in verschiedenen Alltagssituationen um.

Einen besonders großen Fokus legen wir auf den Bildungsbereich „Bewegung“, weshalb wir im Jahre 2007 die Zertifizierung zu einem anerkannten Bewegungskindergarten erhalten haben. Kreative bewegungspädagogische Angebote unterstützen die kindgerechte Freude an der Bewegung und die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung. Die Tätigkeiten sich Bewegen, Wahrnehmen, Fühlen, Handeln und Denken beeinflussen sich wechselseitig. Dieses Zusammenspiel ist bei Kindern besonders ausgeprägt, weil sie mit ihrem ganzen Körper wahrnehmen und begreifen. Das bedeutet, dass die Kinder durch gezielte Wahrnehmungsangebote sich und ihren Körper besser kennen und Selbstbewusstsein und Selbstkompetenz erlangen.

Des Weiteren ist der Bildungsbereich Bewegung eng mit dem sprachlichen Bildungsbereich verknüpft, somit steht bei uns nicht nur die körperliche, sondern auch die alltagsintegrierte Sprachförderung im Vordergrund.  Außerdem legen wir viel Wert darauf, die Kinder da abzuholen wo sie momentan stehen und bieten ihnen eine anregende, abwechslungsreiche Umgebung, um sich in den verschiedensten Bildungsbereichen weiter zu entwickeln. Beispielsweise lassen wir in unseren täglichen Morgenkreisen unterschiedliche Bildungsbereiche einfließen, indem wir zu gegeben Anlässen religiöse, jahreszeitliche oder situationsorientiere Themen erarbeiten und uns mit gesunder Ernährung auseinandersetzten und verschiedenste Fingerspiele, Lieder und Musikinstrumente anbieten.

 

  • Aktionen, Angebote und Freispiel

Unsere Einrichtung bietet eine Auswahl an verschiedensten Aktionen und Angeboten sowohl für einzelne Kinder, als auch für die gesamte Familie an. Vom Großeltern Nachmittag über Exkursionen mit den Kindern bis hin zum gemeinsamen Schultütenbasteln mit Mama oder Papa, ist alles dabei. Weiterhin bieten wir den Kindern verschiedenster Altersgruppen unterschiedlichste Projekte an, um ihre Entwicklung so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Hierzu zählen Morgenkreise mit der Handpuppe Wuppi, das Zahlenland, Waldtage, Maxitreffs, Experimente, wöchentliche Turnangebote und Spaziergänge durch das Dorf. Trotz alledem legen wir viel Wert darauf, dass die Kinder für ihre gesunde Entwicklung viel Zeit für das selbstbestimme Freispiel erhalten und ein ausgewogenes Verhältnis zu qualitativ guten Förderangeboten bekommen.

Um die Sicherheit unserer Kinder zu gewährleisten, bearbeiten wir außerdem jährlich das Thema „Feuerwehr“ in unserer Einrichtung.

Abschließend an dieses Projekt vermittelt die ortsansässige freiwillige Feuerwehr bei ihrer Brandschutzerziehung den Kindern wichtige Inhalte, um bei Gefahrensituationen richtig und sicher handeln zu können.

Des Weiteren ermöglichen wir den zukünftigen Schulkindern jedes Jahr das Projekt „Ich bin stark – aber andere auch“ mit der Kriminalhauptkommissarin Frau Buchner-Stamm, das Fahren mit Bus und Bahn und ein Waldausflug mit dem Ranger. Weitere Exkursionen wie z.B. der Ausflug zum Bäcker oder zur Apotheke stimmen wir mit den Kindern, Erziehungsberechtigten und Fachkräften jedes Jahr neu ab.

Für die gesamte Familie planen wir jährlich ein Kindergartenfest, die St. Martinsfeier und einen weihnachtlichen Ausklang. Zusätzlich finden das jährliche Sportfest mit unserem Kooperationspartner dem TuS Bremen, Elternabende und andere besondere Aktionen statt.

 

  • Inklusion

Die Schwerpunkte unserer inklusiven Arbeit liegen darin, dass alle Kinder lernen respektvoll miteinander umzugehen und die Besonderheiten jeder einzelnen Persönlichkeit schätzen zu wissen. Wir nehmen jedes Kind so an wie es ist und gehen auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kinder ein. Des Weiteren sehen wir die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung als eine Selbstverständlichkeit an. Hierfür wird das Team von einer zusätzlichen pädagogischen Fachkraft unterstützt. Die gelernte Heilerziehungspflegerin fokussiert sich auf die Betreuung der Kinder mit besonderem Förderbedarf und trägt dazu bei, die inklusive Arbeit innerhalb des Gruppenalltags und durch gezielte Einzel- und Kleingruppenförderung in der Einrichtung zu gewährleisten. Außerdem legen wir großen Wert darauf, dass die Kinder Empathie entwickeln und das Anderssein des Anderen wahrnehmen und akzeptieren. Wir als Einrichtung stehen für Gleichberechtigung, Wertschätzung und Akzeptanz.

 

  • Partizipation

 Partizipation heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden.“ (Dr. Richard Schröder, 1996)

 Bezogen auf das Zitat ist es uns ein Anliegen, dass die Kinder im Kindergartenalltag aktiv am Geschehen mitwirken und mitbestimmen können. Auf diese Weise lernen sie, ihr Leben eigenverantwortlich und gemeinschaftsfähig zu gestalten. Aus diesem Grund begegnen wir den Kindern nicht mit Dominanz, sondern sehen in ihnen eigenständige Persönlichkeiten mit individuellen Bedürfnissen und arbeiten mit ihnen auf Augenhöhe.

Partizipation mit Kindern heißt nicht, dass die Kinder alle Entscheidungen treffen, sondern, dass sie sich aktiv an der Gestaltung ihres Alltags beteiligen können und so Selbstwirksamkeit erleben. Für bestimme Aufgaben übernehmen sie, mit unserer Begleitung, Verantwortung.

 

Elterninitiative / Eltern – MIT – Arbeit

Eltern-MIT-Arbeit ist ein bedeutsamer Aspekt in unserer Elterninitiative, da die Erziehungsberechtigten eine besondere Nähe zum Geschehen im Kindergartenalltag erleben.
Uns als pädagogischen Fachkräften ist es wichtig, dass die Erziehungsberechtigten im engen Austausch mit uns stehen.
Dadurch schaffen wir eine familiäre Atmosphäre und einen vertrauensvollen Rahmen, indem sich die Kinder frei und unbeschwert entfalten können.

Außerdem setzten wir auf kurze Dienst- und Entscheidungswege wie z.B. bei Projekten oder Anschaffungen.

Des Weiteren wirken die Erziehungsberechtigten bei der Durchführung und Planung von Festen, beim Klamottenmarkt, bei Renovierungen, Spielplatzarbeiten, Grundreinigungen und anderen Arbeitseinsätzen aktiv mit.
Durch solche gemeinschaftliche Aktionen können unter ihnen neue Kontakte entstehen und es bauen sich vielleicht auch neue Freundschaften auf.

Zusätzlich bedeutet Elterninitiative, dass die Erziehungsberechtigten im Elternrat oder in der Trägerschaft mitwirken können.
Der Elternrat dient als Sprachrohr zwischen Erziehungsberechtigten und pädagogischen Fachkräften.
Der Träger trägt die volle Verantwortung hinsichtlich der strukturellen, organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen. Aus diesem Grund ist die Elterninitiative auf ihre Hilfe angewiesen, um die oben genannten Aspekte zu gewährleisten und umzusetzen.

 Nur durch die gemeinsame Zusammenarbeit mit Träger, Erziehungsberechtigten und den
pädagogischen Fachkräften bieten wir den Kindern eine sichere, altersentsprechende und auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Entwicklung.